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34 Eilpe Elbershallen Das Osthaus Museum selber genießt ebenfalls ein erstklassiges Renommee, stellt nicht nur Kunst aus, sondern stellt die Kunstvermittlung der Gegenwart und Zukunft in Frage. Und dies nicht elitär, sondern allgemeinverständlich. Der Namensgeber des Museums galt als mutiger Querdenker – und die Nachfolger zeigen Kunst in seinem Sinne: konsumierbar und hinterfragend. Karl Ernst Osthaus schuf vor hundert Jahren der Avantgarde eine Plattform, die bis heute nichts an Faszination eingebüßt hat. Die Geschichte des „Hagener Impuls“ wird seit 1998 im „Museum des Hagener Impuls“ im Hohenhof dokumentiert. Neben der nahezu vollständig erhaltenden Inneneinrichtung des Wohnhauses von Karl Ernst Osthaus bilden eine großen Sammlung zum Werk von Henry van de Velde (1863–1957), Erzeugnisse der „Hagener Silberschmiede“, hier vor allem mit Arbeiten von J.L. Mathien Lauweriks (1864–1932), die wichtigsten Komplexe. Zudem ist der Hohenhof einer der 18 Ankerpunkte der „Route der Industriekultur“, die der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) seit 1999 als touristische Attraktion im Ruhrgebiet anbietet. Eine der tragenden Säulen des kulturellen Lebens ist zudem die Stadthalle. Seit der feierlichen Einweihung 1981 dokumentieren im Schnitt jährlich mehr als 100.000 Gäste die Bedeutung als Publikumsmagnet für den gesamten Raum Südwestfalen. Internationale Stars aus Musik, Kabarett und Theater, aus Fernsehen und Rundfunk geben sich hier seit Jahr und Tag ein Stelldichein. Und „Brandts kleine Zwiebackwelt“ im historischen Haus Stennert an der Enneper Straße 3 bietet Knusperfans jeden Alters auf über 200 Quadratmetern die Gelegenheit, mehr über Zwieback und dessen Herstellung zu erfahren. Die ehemalige Poststation aus dem Jahre 1750, die seit den 1930er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Besitz der Familie Brandt ist, bildet einen würdigen Rahmen für einen Rundgang durch die Geschichte und den Werdegang des beliebten Gebäcks. Darüber hinaus begeben sich die Besucher auf eine Zeitreise durch die fast 100jährige Geschichte der Firma Brandt und treffen dabei unter Umständen alte Bekannte wieder. Denn hier lächelt nicht nur das aktuelle und wohl berühmteste Brandt-Kind den Zwiebackliebhabern zu. Geprägt wird das kulturelle Leben in der Volmestadt auch durch eine überaus rege Musikszene. Zahlreiche Chöre, Gesangsvereine, Bands und Musikinitiativen decken das ganze musikalische Spektrum von Klassik bis zur Volksmusik, von Jazz bis Pop, von Rock bis Punk ab. Klangvolle Namen wie „Extrabreit“, „Grobschnitt“ und „Nena“ standen und stehen für „Musik made in Hagen“. Auch Karl Halle, der im 19. Jahrhundert als Klaviervirtuose in Paris und später als Dirigent und Konzertveranstalter in England zu Weltruhm gelangte, war ein Sohn dieser Stadt. Ebenso wie der 1979 verstorbene große deutsche Dichter Ernst Meister, zu dessen Ehren seit 1981 der Ernst-Meister-Preis verliehen wird. Nicht zu vergessen ist ferner Herbert Reinecker, der ungekrönte König unter den deutschen Kriminalautoren, aus dessen Feder TV-Dauerbrenner wie „Der Kommissar“ und „Derrick“ stammen. Museum für Ur- und Frühgeschichte


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