HEB: Von der Muellabfuhr zur Abfallwirtschaft

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16 HEB: Von der Müllabfuhr zur Abfallwirtschaft Wir schreiben das Jahr 1888. Auf dem Markt wird der Hering in Zeitungspapier gewickelt. Die Frauen tragen ihre Einkaufskörbe am Arm und die Kinder bekommen die Klümpchen auf die Hand. Vater nimmt den Henkelmann und die Dose mit den Butterbroten mit zur Schicht. Es gibt kaum fließendes Wasser. Die Leute benutzen ein Plumpsklo und im Garten gibt es einen Komposthaufen. Eimer und Kisten mit Abfall und Kehricht werden vor die Tür gestellt, von den Müllkutschern geleert und zurückgestellt. Dann zieht der Pferdewagen weiter zum nächsten Haus. Im April des Jahres 1888 beschließt die Stadt Hagen den Aufbau des städtischen Reinigungsamtes. Das ist die Geburtsstunde der kommunalen Entsorgung in Hagen. Über 120 Jahre später hat sich das Bild der Müllabfuhr sichtbar gewandelt. Statt der Pferdewagen fahren heute orangefarbene Lkw mit High-Tech- Ausrüstung durch die Straßen der Stadt und leeren über 45.000 Mülleimer pro Woche. Knapp 70 Müllwerker sammeln so 900 Tonnen Restmüll wöchentlich. Jährlich legen die Müllwagen 2,4 Millionen Kilometer zurück. Rund 60 Mal um die Erde. Damit die Autos stets einsatzbereit sind, kümmern sich 14 Mitarbeiter der HEB-eigenen Werkstatt um den Fuhrpark. Rund 140 Fahrzeuge umfasst dieser. Auch die Streufahrzeuge, die im Winter die Straßen von Eis und Schnee befreien. Dafür stehen die Mitarbeiter der Straßenreinigung in der Zeit von November bis März früh auf. Ab vier Uhr morgens rücken die sechs Fahrer der Frühschicht mit ihren Spezialfahrzeugen aus, um zunächst die Hauptverkehrsstraßen und anschließend die Routen der Buslinien zu streuen. Damit die Hagener sicher zu ihren Arbeitsplätzen kommen. Um die Sauberkeit in der Stadt und auf den Straßen kümmern sich die 70 Mitarbeiter der Straßenreinigung. 1.000 Papierkörbe werden täglich geleert. Und im Innenstadtbereich zählt noch echte Handarbeit: Mit langen Zangen werden die zahllosen Kippen aufgesammelt, Papier aufgenommen und Laub zusammengefegt. Die Kehrmaschinen des HEB säubern täglich die Straßen. 66.000 Kilometer kommen so zusammen. Im Jahr 1900 wurde das Reichsseuchengesetz erlassen, welches die Abfallbeseitigung als städtehygienische Aufgabe den Kommunen übertrug. Man begann mit der geordneten Deponierung der Abfälle. Die rasante Veränderung der Konsumgewohnheiten nach dem Zweiten Weltkrieg hatte zur Folge, dass das Müllaufkommen in Hagen von 49.845 Kubikmetern im Jahr 1954 auf 114.430 Kubikmeter im Jahr 1964 hochschnellte. 1963 waren dann alle Hagener Deponien ausgelastet und die Bürgerproteste wegen des „Mordsgestanks“ und den Kippenbränden mehrten sich. Daraufhin beschloss der Rat der Stadt Hagen im Jahr 1965 den Bau der Müllverbrennungsanlage Am Pfannenofen. Die Anlage, deren Technologie Standards gesetzt hat, die bis heute noch beim Bau neuer Anlagen zu Grunde gelegt werden, verwertet jährlich 120.000 Tonnen Müll. Die dadurch entstehende Wärme wird als Fernwärme genutzt. Das spart jährlich über sieben Millionen Liter Heizöl. Für diese Menge müssten 240 Tanklastzüge nach Hagen fahren. 65 Mitarbeiter sorgen für den reibungslosen Betrieb der Anlage und auch dafür, dass die Emissionen weit unter den gesetzlich vorgegebenen Werten liegen. Die Verlässlichkeit der Müllentsorgung auf höchstem technischen Niveau zum Schutze der Menschen und der Umwelt sowie die Sicherheit auf Hagens Straßen sind Aufgaben, die HEB mit Zuverlässigkeit und Engagement erfüllt. So heißt es auch in Zukunft: Saubere Arbeit. Gutes Gefühl. Handel an Bedeutung. In Hagen sitzen mit der Douglas Holding, Sinn-Leffers, Nordwest, Europart und der Westfalia Werkzeugcompany eine Reihe bedeutender Handelsunternehmen. Zu den namhaften Unternehmen, die von Hagen aus bundesweit und international agieren gehören auch die Carl Bechem AG, CD Wälzholz, das TWB Presswerk, Hugo Vogelsang, Engel Automatisierungstechnik, Theis und Bilstein, aber auch Papierhersteller Stora Enso als größter privater Arbeitgeber in Hagen, Zwiebackhersteller Brandt oder Wikinger Reisen, der deutsche Marktführer für individuelle Reisen. Wertvoller Standortfaktor der Nachmontanzeit ist zudem die einzige deutsche FernUniversität, die Hagen bundesweit bekannt macht. Die ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Fachhochschule Südwestfalen arbeitet mit den heimischen Betrieben fruchtbar zusammen. Durch das Weiterbildungszentrum der Südwestfälischen Industrie und Handelskammer in Kückelhausen werden über die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Technologien und selbständige Lern- und Arbeitsmethoden in die heimischen Unternehmen getragen. Und die in der Hagen Agentur integrierte Wirtschaftsförderung eröffnet immer wieder Chancen, den Wirtschaftsstandort Hagen auf unbürokratische Weise zu stärken.


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